Planst Du einen längeren Aufenthalt auf den Kanaren mit Deinem eigenen Auto, Camper oder Wohnmobil oder hast einen Hund, der Flugangst hat? Dann könnte dieser Artikel sehr hilfreich für Dich sein. Wir beschreiben die Festlandverbindungen mit der Fähre, unsere (subjektiven) Reise- und Preiserfahrungen, benennen die Unterschiede zwischen den Fähranbietern und was Du alles beachten solltest.
Los geht’s:

Welche Möglichkeiten gibt es für Dich mit der Fähre auf die Kanaren zu reisen

Die kanarische Inselgruppe ist fährtechnisch richtig gut an das spanische Festland angebunden. Trotz der großen Distanz von gut 1335 Km (Teneriffa-Festland) ist der Austausch von Kraftfahrzeugen, Gütern, Haustieren und Menschen ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für die Inseln, um nicht gänzlich „abgehängt“ zu sein. Für Reisende bieten die Schiffsverbindungen eine gute und preiswerte Möglichkeit, dass eigene Reisemobil (auch inklusive Haustier) mit auf die Inseln zu nehmen.

Es gibt drei verschiedene Fährgesellschaften, die die kanarischen Inseln anfahren. Im folgenden Bild-Slider findest Du die unterschiedlichen Fähranbieter mit den jeweilig angefahrenen Häfen als Übersicht. Die eingezeichneten Verbindungen stellen dabei keine Direktverbindungen dar, weil eine Fähre mehrere Inseln nacheinander anfährt. Daraus ergeben sich dann natürlich auch längere Fährzeiten, wie bei uns von Cadiz nach La Palma mit satten 54 Stunden.

Wie sind wir mit unserem Camper auf die kanarischen Inseln gereist?

Da wir mit unserer Kanaren-Tour auf den kleineren Inseln beginnen wollten, kam für uns nur die Verbindung der Trasmediterranea in Frage. Für unseren Rückweg entschieden wir uns für Fred Olsen (das günstigste Angebot ab Gran Canaria Richtung Festland). Beide Erfahrungsberichte und ein genauerer Vergleich beider Schiffe und Fährgesellschaften findest Du in hier in unserem separaten Blogartikel.

Wie lange dauert die Fährüberfahrt auf die kanarischen Inseln?

Je nach Zielinsel, dauert die Überfahrt zwischen 31 oder auch (wie bei uns von Cadiz nach La Palma) bis zu 54 Stunden. Das ist schon ein ordentlicher „Ritt“, aber unumgänglich, wenn man mit 30 bis 40km/h die knapp 1500 km bewältigen möchte. Doch wenn man sich darauf einstellt, kannst Du die Zeit durchaus auch gut für Dich nutzen.

Lohnt es sich eine Kabine zu buchen?

Bei einer solch langen Fährüberfahrt lohnt es sich aus unserer Sicht in jedem Fall, über eine eigene Kabine nachzudenken. Denn spätestens in der zweiten Nacht wünscht man sich nichts sehnlicheres, als ein waagerechtes Liegen auf einer weichen Matratze. Die Anzahl der Kabinen sind ausreichend vorhanden und (wie auf jeden Schiff) gibt es auch hier Außen- und auch Innenkabinen. Der Preis hat uns jedoch jedesmal die Entscheidung abgenommen. Bei beiden Verbindungen wäre die Überfahrt mit Kabine etwa doppelt so teuer geworden. So bleibt es eine ganz individuelle Präferenz.

Entscheidest Du Dich für eine Übernachtung in den normalen Pullmann Sitzen, solltest Du unbedingt an eine Decke und/oder wärmere Kleidung denken. Denn die Klimaanlage kann sich nachts unglaublich frostig anfühlen. Das Licht wird zwar etwas abgedunkelt, aber für lichtempfindliche Menschen empfiehlt sich definitiv eine Schlafmaske. Zudem ist eine Art Nackenkissen ebenfalls eine gute Wahl.

Der Pullmannsitz ist ein lederbezogenen Sessel mit einer dicken Sitzfläche und einer breiten und bequemen Lehne, die sich auch ein wenig nach hinten verstellen lässt. Diese Sitzmöglichkeiten findest Du quasi auf allen Fähren.

Die Fred Olsen hat uns allerdings mit einem Ruhebereich überrascht, der ganz besondere Sessel zu bieten hat. Sie sind noch einmal weicher und lassen sich, wie in der First Class im Flieger, noch etwas mehr nach hinten klappen während sich gleichzeitig eine Fußstütze nach oben fährt. Das hätten wir uns auf der Trasmediterranea natürlich auch sehr gewünscht.

Viele Spanier (bzw. die Fährprofis unter ihnen) bringen teilweise schon Klappmatratzen und Decken mit, um sich in den Ecken und Nischen des Schiffes ein kleines und kuscheliges Schlafquartier zu schaffen.
Auf der Fahrt von Cadiz nach La Palma, hatten wir das große Glück unser Auto oben auf dem Sonnendeck abstellen zu dürfen. Es ist zwar weder für das Haustier noch für Passagiere gestattet, die Nacht im eigenen Auto zu verbringen, doch für die zweite Nacht haben wir uns dennoch für ein paar Nachtstunden ins Auto geschlichen. Für uns und unseren Hund eine echt kleine Wohltat.

Im Unterschied zur Fred Olsen Fähre, ist es auf dem Trasmeditarranea-Schiff durchgängig erlaubt auf das obere und offene Autodeck zu spazieren. Bei Fred Olsen gibt es lediglich 4 kleine Zeitfenster pro Tag, um Dinge aus dem Auto zu holen oder sein Haustier zu besuchen. Mehr zum Thema Haustiertransport findest Du übrigens hier in unserem separaten Blogartikel.

Eindrücke von der Überfahrt von Cadiz nach La Palma

Was kostet eine Überfahrt mit eigenem Camper auf die kanarischen Inseln?

Nun zur wahrscheinlich interessantesten und meist gestellten Frage (für jeden Deutschen, der unser Nummernschild gesichtet hat): Was kostet denn das ganze? wink

Die Preise sind sehr variabel und hängen sehr stark vom Wochentag, der Saison und der momentanen Auslastung sowie natürlich von der Fahrzeuggröße ab.

Wir können daher also lediglich von unseren Preiserfahrungen berichten. Für 2 Personen und unserem VW Bulli T4 plus Hund (allerdings immer ohne Kabine) haben wir im April 2020 von Cadiz nach La Palma 540€ bezahlt. Die Rückfahrt mit Fred Olsen von Gran Canaria nach Huelva war mit 410€ etwas günstiger.

Wir finden die Preise durchaus angemessen, wenn man bedenkt wieviel Aufwand und Personal dahinter steckt. Allerdings ist der Preis natürlich auch wieder sehr teuer, wenn Du die Kanaren lediglich für zwei oder drei Wochen entdecken möchtest. Für einen Kurztrip ist die Verbindung aus unserer Sicht, schon alleine aufgrund der Länge der Überfahrt, eher ungeeignet.

Für Dich sicher interessant: In der folgenden Darstellung haben wir Dir einmal alle Fährkosten, die wir auf unserer Kanarenrundreise ausgegeben haben, übersichtlich dargestellt. Denn wenn man einmal auf einer Kanareninsel gestrandet ist, sind die Nachbarinseln natürlich ebenfalls unwiderstehlich reizvoll.

Diese Überfahrten kannst Du am Besten gleich mit in Deine weiteren Reisekosten mit einkalkulieren. Denn es ist schnell ein wenig wie bei Ikea: Alles scheint erst einmal günstig, aber an der Kasse gibt’s die Überraschung 😉 Die Gesamtsumme all unserer Überfahrten belief sich schlussendlich auf satte 2130€.

Fähren auf den Kanaren

Ob wir während der Buchung fünf oder sechs Meter Fahrzeuglänge eingegeben hatten, wirkte sich nicht auf den Endpreis aus. Wir denken aber, dass ein größerer Camper durchaus beträchtlich teurer sein kann.

Wo buchst Du die Kanaren-Fähre am günstigsten?

Um den günstigsten Preis zu ermitteln, empfehlen wir Dir eine externe Buchungsseite, welche sich auf alle Fährverbindungen weltweit spezialisiert, zu verwenden. Dort kannst Du verschiedene Wochentage vergleichen und bekommst die Auflistung aller drei Fähranbieter im Vergleich. Nutze dazu Buchungsportale wie ferryhopper.com oder directferries.de.

Hast Du die für Dich günstigste Verbindung gefunden, würden wir Dir die richtige Buchung dann direkt über die Website der entsprechenden Fährgesellschaft empfehlen. Dadurch sparst Du noch einmal die Provisionsgebühren. Die Trasmediterranea-Verbindung buchst Du über das Armas-Buchungssystem.

Deine Anreise am Starthafen

Obwohl Huelva der flächenmäßig zweitgrößte Hafen Spaniens ist, und Cadiz ebenfalls eine beachtliche Hafengröße aufweist, sind beide Häfen sehr übersichtlich strukturiert und die Beschilderungen der Fährgesellschaften an fast jedem Kreisverkehr vorhanden. Der richtige Landungssteg ist also sehr schnell und unkompliziert zu finden.

Damit kein unnötiger Stress aufkommt, empfehlen wir Dir, unabhängig von der Ablegezeit des Schiffs, jeweils einen Tag zuvor in der unmittelbaren Nähe des Hafens zu übernachten. Cadiz bietet unzählige Möglichkeiten, im Stadtgebiet einen geeigneten Stellplatz zu finden. Keiner davon ist schön oder ruhig gelegen. Aber für eine Nacht ist das durchaus mal eine Option. 

In Huelva gibt es in unmittelbarer Nähe zum Hafen deutlich ruhigere und abgelegenere Plätze. In beiden Städten hilft die Park4Night App, die alle wesentlichen Plätze finden lässt. 

Zum Einchecken reicht in den meisten Fällen das Vorzeigen der Personalausweise, womit die Hafenmitarbeiter die Buchung sowie das Autokennzeichen mithilfe eines tragbaren Gerätes überprüfen können. Für alle Fälle empfehlen wir jedoch, noch einmal das Gebäude des Fähranbieters im Hafen aufzusuchen, um sich über die aktuell notwendigen Dokumente und Bedingungen zu informieren. Gerade in Zeiten von Corona sind Änderungen meist nicht so leicht vorher zu sehen.

Etwa 2 bis 3 Stunden vor Abfahrt, darfst Du Dich dann mit Deinem Fahrzeug in die entsprechenden Wartespuren einreihen. Alle Fähranbieter erwarten gleichermaßen, dass Du Dich mindesten zwei Stunden vor der Ablegezeit des Schiffes im Hafen einfindest. Da die Fähre meist verschiedene Zielhäfen anfährt, fungieren die Fahrzeugspuren als eine Art „Vorsortierung“.

Die Fahrt auf das Schiff erfolgt ganz unkompliziert und wird von vielen Mitarbeitern der Crew begleitet, die Dich zu Deinem Zielparkplatz führen. Ganz wichtig: Handbremse anziehen nicht vergessen! 

Anschließend begibst Du Dich gemeinsam mit den anderen Passagieren in Richtung Rezeption: „Willkommen an Bord!“ – Deine Reise kann beginnen.

Die Verpflegung an Bord

Es ist bei uns jedesmal das gleiche und vielleicht geht es Dir ja ähnlich: Kaum hat die Reise begonnen, kommt der kleine Hunger. Umso wichtiger ist die Frage nach der Verpflegung. Wo kannst Du essen? Was gibt es zu Essen? Und kannst Du Dir Dein Essen eigentlich selber mitbringen?

Es gibt auf allen Schiffen eine kleine Bar/ Cafeteria die ganztägig geöffnet hat. Dort kannst Du alles mögliche trinken und kleine Snacks zu Dir nehmen- natürlich nicht ganz günstig. Ein belegtes Brötchen kann schon mal 5-7 Euro kosten., ein Kaffee in Verbindung mit einem großen Stück Torte rund 4€. Ansonsten gibt es auch Bier (2,40€), Wein und auch Longdrinks (5,50€). An der Bar konnten wir in unsere Thermosflasche kostenlos heißes Wasser einfüllen lassen.

Zudem gibt es eine Art Kantine, die dreimal täglich öffnet und durchschnittliches Essen anbietet.
Und hier gibt es durchaus Unterschiede der Fähranbieter. Während auf dem Transmediterranea Schiff die Vollverpflegung von drei Mahlzeiten pro Tag im Preis inbegriffen war, musste sie auf der Fred Olsen Fähre dazu gebucht werden. Das kann man direkt an der Rezeption für 25€ pro Person erledigen. Aus unserer Sicht ist das eine klare Empfehlung, denn der mitgebrachte eigene Brötchenvorrat ist schnell aufgebraucht. Leider hatten wir selbst nicht auf dieses Angebot zurückgegriffen und uns mit überteuerten Snacks „über Wasser gehalten“, wodurch wir am Ende deutlich teurer kamen. In jeder Mahlzeit im Bordrestaurant ist im übrigen ein Getränk mit inbegriffen.

Die Qualität der Mahlzeiten würden wir als durchschnittliche Kantinenkost bezeichnen und die Auswahl war bei Trasmediterranea etwas reichhaltiger. Das ist natürlich immer ein sehr subjektives Empfinden.

Während auf der Fred Olsen Fähre das einzige Bord-Café an den Kantinenraum angebunden war, hatte die Trasmediterranea Fähre deutlich mehr Auswahl an Aufenthaltsorten, um ein Getränk oder einen Snack einzunehmen. Dort gab es drei verschiedene Bars, welche jeweils zeitversetzt geöffnet hatten.

Eindrücke von der Überfahrt von Gran Canaria nach Huelva

Freizeitmöglichkeiten auf der Fähre

Da es sich um eine Fährverbindung und nicht um eine Mini-Kreuzfahrt handelt, sind die Freizeitmöglichkeiten natürlich sehr eingeschränkt. Es gibt einen kleinen übersichtlichen Duty-Free Shop, eine kleine Kinderspielecke, Ruhebereiche und ein Sonnendeck.

Die Fred Olsen bietet ein kleines Schwimmbecken auf dem Sonnendeck, welches jedoch in unserem Fall (vermutlich aufgrund von Corona) nicht zur Verfügung stand. Es gab ein gutes Bordunterhaltungssystem über WLan, um auf Musik, Filme oder auch die Kameras der Haustierkäfige zurückzugreifen. Für 9,90€ kannst Du Dir an der Rezeption ein Internetticket erwerben, welches für den gesamten Reisezeitraum gültig ist. Für Dienste wie zum Beispiel WhatsApp ist das eine gute Möglichkeit, mit der Außenwelt in Kontakt zu bleiben. Für andere Anwendungen reicht die Geschwindigkeit allerdings nicht aus. Steckdosen findest Du eigentlich überall. Entweder direkt an den Pullmannsitzen oder in den Schlafbereichen an den Wänden.

Die Trasmediterranea hat kein Schwimmbecken und kein Bordunterhaltungssystem. Auch hier hast Du die Möglichkeit einen Internetzugang zu erwerben. Dieser funktionierte in unserem Fall deutlich zuverlässiger und schneller als bei Fred Olsen. Abgerechnet wird hierbei nach Zeit. Wir hatten für 2 Stunden ca. 2€ bezahlt. Da man sich nach der Nutzung immer wieder abmelden kann, konnten wir uns diese Zeit für die gesamte Fahrtdauer gut einteilen. Für diese Fähre empfehlen wir Dir, vor Abfahrt Filme sowie Deine Lieblingsmusik offline auf Deinen Geräten zu laden.

Du möchtest Dein Tier mit auf die Fähre zu den kanarischen Inseln nehmen?

Da wir selber mit unserem Hund gereist sind, empfehlen wir Dir zu diesem Thema unseren Artikel: Mit dem Hund auf die kanarischen Inseln reisen.

Im Großen und Ganzen waren wir mit beiden Fährüberfahrten sehr zufrieden. Wenn Du jedoch noch unseren ganz subjektiven Reise- und Vergleichsbericht lesen möchtest, dann empfehlen wir Dir diesen Artikel.